Am 17./18.September fand eine 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Neckartenzlingen statt.
Freitags um 16.30 Uhr wurden die 24 Jugendlichen von der Jugendleitung begrüßt und die
"Spielregeln" für die nächsten 24-Stunden vereinbart, die Gruppeneinteilungen mitgeteilt
und darüber informiert, dass es separate Erste Hilfe-Einsätze geben wird, die von jeweils
vier Jugendlichen bearbeitet werden müssen. So konnte bei allen die erlernten Kenntnisse
vom Erste Hilfe Kurs, der im Januar gemeinsam absolviert wurde, aufgefrischt werden.
Nach dem Vorbereiten der Schlafplätze stieg die Spannung immer mehr und jeder wartete auf
den ersten Einsatz. Endlich, um 19.30 Uhr durchdrang der Alarmton das Feuerwehrgerätehaus
und die Jugendlichen liesen alles Stehen und Liegen und zogen in Windeseile ihre Uniform
an. Auch wenn nicht jeder auf Grund der plötzlichen Hektik auf Anhieb wusste, in welches
Fahrzeug er einsteigen muss, wurde natürlich immer auf alle gewartet und es durfte jeder
zum Einsatz mit. Beim ersten Alarm musste eine Gruppe eine Ölspur abstreuen und die
anderen durften zu einem Kleinbrand fahren. Als auf der Anfahrt sichtbar war, dass ein
richtiges Feuer gelöscht werden musste, stieg die Anspannung noch mehr. Gekonnt meisterten
die Einsatzkräfte die Aufgaben an der Einsatzstelle. Nach der Rückkehr dauerte es nicht
lange bis zur nächsten Alarmierung. Die Einsatzstichworte waren gleich - jedoch wurden nun
die Gruppen getauscht, sodass jeder bei jedem Einsatz - wenn auch zeitversetzt - dabei
sein konnte. Die Zeit zwischen den Einsätzen verging mit Tischtennisspielen und sonstigen
Aktivitäten sehr schnell. Den Teilnehmern wurde von unseren Kameraden Frank Eger und
Christian Schöllhammer ein RTW gezeigt und ausführlich erklärt. Noch während alle gespannt
zuhörten wurde der nächste Einsatz gemeldet. Um kurz nach 22.30 Uhr ging es zur
Personensuche. Mit vereinten Kräften wurde das Wald- und Wiesengelände am Sportplatz von
einer Gruppe systematisch abgesucht, während die andere Gruppe einen Sanitätsplatz
aufbaute und für die nötige Beleuchtung sorgte. Die vermissten Personen wurden schnell
gefunden und es wurden Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt. Zurück im Magazin spielten
manche noch bis weit nach Mitternacht Tischtennis - erst spät in der Nacht schliefen dann
die Letzten ein.
Nach einer ruhigen Nacht wurden die Jugendlichen um kurz vor 6 Uhr mit
dem Stichwort "Brandmeldeanlage Schulzentrum" geweckt und jetzt waren wieder alle voll bei
der Sache - wenn auch noch etwas verschlafen, dennoch voller Tatendrang. Es war ein
Fehlalarm und bei der Gelegenheit wurde die Funktions- und Vorgehensweise bei einer
Brandmeldeanlage erläutert. Grundsätzlich wurde bei allen Einsätzen darauf geachtet,
dass nicht nur "Action" sondern auch "Information und Lernen" eine wesentliche Komponente
war. Nach der Rückkehr im Magazin legten sich manche nochmals ins Bett. Doch diese Ruhe
war von kurzer Dauer. Um 7 Uhr wurden die Jugendlichen erneut ins Schulzentrum gerufen.
Dort standen zwei Keller unter Wasser. Nachdem auch diese Aufgabe gemeistert wurde,
stärkten sich alle Teilnehmer beim gemeinsamen Frühstück. "Verkehrsunfall mit verletzten
Personen", so lautete das Stichwort für den nächsten Einsatz. Nach dem Eintreffen an der
Einsatzstelle musste von den jüngeren Teilnehmern eine Person mit Rückenverletzungen von
einem Anhänger gerettet werden. Die ältere Gruppe musste einen umgestürzten Anhänger
abstützen und eine darunterliegende Person retten. Voll motiviert und begeistert haben
alle die Aufgaben gelöst. Die Zeit bis zum Mittagessen wurde wieder für sportliche
Aktivitäten genutzt. Nach dem Mittagessen mussten zwei abgestürzte Wanderer aus einem
steilen Gelände im "Hohlen Stein" gerettet werden.
Bei der Abschlussübung, einem
Brandeinsatz mit Menschenrettung konnten die Jugendlichen vor den Augen der Eltern,
Großeltern und Geschwister zeigen, was sie "drauf haben". Voller Begeisterung, mit
strahlenden Augen aber auch etwas müde wurde eine sehr eindrucksvolle Schauübung
präsentiert. Beim abschließenden Grillfest umriss die Jugendleiterin Daniela Lohrmann die
letzten 24-Stunden und konnte feststellen, dass es aus Sicht aller Beteiligten eine sehr
gelungene Veranstaltung war. Kommandant Lohrmann würdigte die Leistung aller und zeigte
sich ebenfalls sehr zufrieden mit diesem Projekt. Er dankte allen Teilnehmern, der
Jugendleitung und allen Helfern, ohne die ein solches Projekt nicht möglich wäre.