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Berichte : Presse

Presse

11.03.2013 - Vom Löscheimer zur Hochleistungsspritze


- Nicole Mohn

Festakt 125 Jahre Feuerwehr Neckartenzlingen
am 08.03.2013

Vom Löscheimer zur Hochleistungsspritze

Feuerwehr Neckartenzlingen begeht Festakt zum 125-jährigen Bestehen - Zahlreiche Aktionen geplantNormalerweise sind es die Männer und Frauen von der Freiwilligen Feuerwehr Neckartenzlingen, die alles zurückstellen, um Menschen in Not zu retten oder Brände zu löschen. Jubiläen haben sie bisher entweder unter den Tisch fallen lassen oder ganz vergessen. Am Freitagabend jedoch begingen sie mit einem großen Festakt in der Melchiorhalle ihr 125-jähriges Bestehen.

von Nicole Mohn

NECKARTENZLINGEN. 1888 war ein wahres Boomjahr für die Wehren im Land. Das zeigt die Vielzahl der Jubiläen, die im Landkreis in diesem Jahr gefeiert werden. Auch in Neckartenzlingen wurde vor 125 Jahren die königlich verordnete Bürgerpflicht durch eine Feuerwehr ersetzt. Mit einfachsten Mitteln gingen die Männer damals gegen den "Roten Hahn" vor, der Leben und Besitz, Hab und Gut mit oft grausiger Macht bedrohte, wie Bürgermeister Herbert Krüger anhand des Schiller-Gedichts "Die Glocke" und Auszügen aus dem Buch "Brand von Reutlingen" vor Augen führte.

Ersten technischen Fortschritt brachte die Spritze, die in Reutlingen bei der bekannten Glockengießer-Familie Adam erworben wurde und das Wasser über einige Meter hinweg auf die Flammen spritzen konnte. Verbesserungen bei den Maumaterialien und dem Brandschutz und vor allem der Bau der Wasserleitungen schließlich brachten erhebliche Reduzierung der Brandgefahrt mit sich. Nach und nach wurden die Einsatzzüge auf ehrenamtliches Engagement umgestellt. In Neckartenzlingen war dies 1926 der Fall. Auch für den Einsatzfall brachte die technische Weiterentwicklung neue Hilfsmittel: So wurde ab 1912 eine erste fahrbare mechanische Leiter in Neckartenzlingen eingesetzt und 1930 folgte eine Motorspritze.

In der Moderne sorgen ein umfangreicher Fuhrpark, Atemschutz und Funk dafür, dass die Brandbekämpfer gut für den nächsten Einsatz aufgestellt sind. Und auch ein Zuhause haben die Mitglieder der Wehr nach etlichen Umzügen mit dem Magazin in der Metzinger Straße endlich bekommen. Mit der Technisierung kamen neue Aufgaben auf die Wehren zu. Das Wachstum der Gemeinde wie das steigende Verkehrsaufkommen fordere die Mitglieder der Einsatzabteilung immer mehr heraus, so Lohrmann. "Inzwischen sind wir Mädchen für alles", resümiert er.

"Was wäre Technik ohne Menschen", erinnert der Kommandant zugleich an das Elementarste der Freiwilligen Wehr. Seit 125 Jahren sind es die Ehrenamtlichen, die den Bürgern Sicherheit und Schutz, Rettung und Hilfe garantieren - rund um die Uhr, jahraus, jahrein. "Die Kameraden sind es, die den Wert der Wehr ausmachen", unterstricht Lohrmann. Seit 1972 (Korrektur der Feuerwehr: 1997) zieht sich die Wehr ihren Nachwuchs in der eigenen Jugendfeuerwehr heran.

Landrat dankte für uneigennützigen Einsatz

„Unbezahlbar“ ist für Landrat Heinz Eininger das, was die Männer und Frauen der Neckartenzlinger wie auch all der anderen Wehren im Landkreis für die Allgemeinheit leisten. „Aktiv-Bürger“ nennt sie der Kreischef und sagte dafür einmal mehr Dank für diesen uneigennützigen Einsatz. Feuerwehren sind für Eininger aber auch Schulen fürs Leben: Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit, Zusammenhalt und Gemeinschaft – all das erfahre man hier. Ein Aktiv-Bürger im besten Sinne sei Gerd Lohrmann, der seit 1989 die Neckartenzlinger Wehr führt. Für seine Verdienste um die Feuerwehr, seine Arbeit und Engagement als Kreisausbilder als auch Schiedsrichter bei den Wettbewerben zur Leistungsspange sowie als Gemeinderat verlieh Eininger an Lohrmann das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold.
In die Schar der Gratulanten reihte sich zudem der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Bernd Müller ein, der in seiner Rede auf die Herausforderungen, die der demografische Wandel für die Wehren mit sich bringt, einging. Er stellte dabei die Bedeutung der Jugendfeuerwehren heraus: „Es ist wichtig, den Nachwuchs an die Feuerwehren zu binden.“ Zusammen mit Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich überreichte er den Neckartenzlinger Kameraden einen Jubiläumsteller.
Seit 20 Jahren mit der Feuerwehr aus Groitzsch befreundet
Deutlich schwerer wog das Geschenk, das die Freunde der Feuerwehr Groitzsch im Gepäck hatten. Als Erinnerung an das 125-jährige Bestehen überreichte der Kommandant der Partnerwehr aus Sachsen, Mario Zetzsche, den Freunden einen goldenen Hydranten. Seit 20 Jahren verbinden die Schwaben und die Sachsen freundschaftliche Bande.
Absoluter Höhepunkt aber war die Weihe der neuen Fahne für die Neckartenzlinger Wehr, die Pfarrer und Feuerwehrmitglied Ulrich Kopp zusammen mit seinem katholischen Kollegen Volker Weber vollzog. Das neue Banner in dunklem Blau zeigt den heiligen Florian, der schützend seine Hand auf das Neckartenzlinger Rathaus hält – und damit über alle Bürger der Gemeinde. Die Ortsseite zeigt die Neckarbrücke und die Neckargänse. Die Fahne ist die erste für die Feuerwehr Neckartenzlingen. Mit Stolz werde man sie künftig voranführen, so Lohrmann.
Die Bürger dürfen sich auf eine ganze Reihe von Aktionen der Wehr im Jubiläumsjahr freuen. Nach der interessanten Ausstellung im Rathaus folgt als nächstes der Tag der offenen Tür im Feuerwehrmagazin an der Metzinger Straße mit vielen Angeboten und Vorführungen. Im Rahmen des Dorffestes ist außerdem eine historische Schauübung geplant. Und auch beim Mühlenfest wird sich die Wehr präsentieren.

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Freiwillige Feuerwehr Neckartenzlingen

Einsatzabteilung

Metzinger Straße 8 | 72654 Neckartenzlingen

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